Montag, 24. April 2017

Lüften ohne Kleidung

„Komm Arya, wir schauen mal, ob der Brauer zurück ist aus Kafal... sonst müssen wir ihn suchen“, befahl mein Herr, bevor er Richtung Unterstadt stampfte und wir den Gesuchten auf dem Marktplatz entdeckten, obwohl er mit Klaus-Bärbel, seinem Bosk, nicht das Express-Schiff genommen hatte wie wir. Nicht nur die wohlbehaltene Rückkehr, sondern auch die Einigkeit mit Kafal und ein Gespräch über das weitere Vorgehen verlangten selbstverständlich nach Paga und Ale. Vom Paga-Preis in Kafal hörte der Brauer von meinem Herrn übrigens zum ersten Mal, allerdings interessierte es ihn nicht sonderlich, wie der schmiedende Wirt seine Gäste über den Tisch zieht.

Bei den Überlegungen meines Herrn, mir diesen in Kafal gebrauten Pflasterklatscher zu trinken zu geben, mir das Zeugs notfalls sogar mit einem Trichter einzuflößen, um zu sehen was passiert, schaltete sich der Brauereikrieger ein: „Starken Alkohol deiner Kajira in Mengen geben, die nichts gewohnt ist… Hauptmann, willst du Arya töten?“ „Ach, meinst du das bringt sie um? Hmm… nun ja, gut, dann lass ich es. Ich werde das Getränk selber probieren und sehen was passiert… bin ja deinen starken Paga gewöhnt, da kann so ein Pflasterlutscher mir nichts anhaben. Zur Not fährt Arya mich nach Hause… würdevoll liegend in einem ausreichend großen Karren, mit sanft auf meine Stirn gelegtem nassen Tuch!“


Meine Dankbarkeit für die Hilfe des Kriegers war natürlich gewaltig. Sie war so groß, dass ich bei meiner Rückkehr mit einem Ale-Becher in der einen und dem Paga-Becher für meinen Herrn in der anderen Hand, als Erstes neben dem Brauer niederkniete. Da er nie Wert auf einen langen, hingebungsvollen Serve legt, allerdings immer kurz vor dem Verdursten ist, streckte ich ihm ausnahmsweise noch vor der Bedienung meines Herrn sein Lieblingsgetränk entgegen: „Herr… möge dein Ale dir munden, mein Retter!“ Danach huschte ich selbstverständlich eiligst zu meinem Herrn. Mit der Betrachtung meiner Sandalen beschäftigt, war ihm meine eigenmächtige Änderung der Bedienreihenfolge zum Glück nicht weiter aufgefallen.

„Arya, sind das die Ersatz-Sandalen?“ erkundigte er sich. Ich beeilte mich nicht nur mit meiner Bestätigung, sondern erwähnte zusätzlich, dass die anderen gut gefettet auch wieder einsatzbereit sind und fragte, wie ihm diese denn überhaupt gefallen. Sehr sanft wurde nun durch meine Haare gewuschelt… an meinen Füßen gefallen ihm alle Sandalen oder so ähnlich meinte er dabei. Er interessierte sich nun allerdings für die Meinung des Brauers zum Aussehen meiner Schuhe. Da ich meinem Herrn inzwischen seinen Paga serviert hatte, erhob ich mich wieder und lief rüber zum Brauer, stellte mich mit kess abgewinkeltem Bein neben ihm auf und drehte und wendete mich leicht hin und her, um ihm die Sandalen von allen Seiten vorzuführen, während er sie mit fachmännischem Kriegerblick musterte.

„Hmmm… nun… ich sag mal so…“, machte der schöne Rothaarige es spannend und ergänzte nach einer gefühlten Ewigkeit, in der ich an seinen Lippen hing: „Arya, du hast talentierte Beine und Füßchen… das macht es jeder Sandale einfach. Es ist leichtes Schuhwerk, mit dünnen Sohlen, aber hübsch.“ Mit schmelzenden Blicken strahlte ich den Krieger an und bedankte mich, formte mit meinen Lippen aber auch noch einen Kussmund, bevor ich schließlich mit aufreizend wiegenden Hüften langsam zurück zu meinem Herrn lief, dem der Brauer inzwischen zuprostete: "Ta Sardar Gor… auf die Sandalen!“ „Da hast du verdammt noch mal Recht, aber ich muss auf Arya wohl besser aufpassen!“

„Auf die Sandalen… das ist meistens genug Kleidung für eine Sklavin“, erwiderte mein Herr den Trinkspruch seines Freundes und erzählte dann grinsend, dass er seit Tagen eigentlich auf die Schreiberin wartet, um zu hören, was die zu seiner nackten Kajira sagt. Normalerweise halte ich meine Kommentare ja zurück, doch nun konnte ich einfach nicht anders als zu erwähnen, dass die Blaue vermutlich echauffiert hoch 3 mit Schnappatmung reagieren wird. „Schnappatmung würde mir gefallen… du wirst also vorerst keine Kleidung tragen, Arya! Vielleicht wird es eine Weile dauern, bis wir die Frau sehen, doch es schont deine Kleidung.“

Diese Entscheidung meines Herrn gefiel mir natürlich sehr, allerdings verstehe ich nicht, warum er immer davon spricht, dass ich gelüftet werden muss und nicht einfach sagt, dass er mich am liebsten nackt sieht. Lüften klingt doch fast so, als wäre ich ungewaschen und würde stinken! Naja egal, mein Herr muss damit klar kommen und Fragen vertragen, ob er sich für mich keine Kleidung mehr leisten kann. Ich stinke jedenfalls nicht, wasche mich regelmäßig und schöne Tuniken habe ich von meinem Herrn auch geschenkt bekommen… aber ich muss zum Glück auch nicht alles verstehen. ;-)

Samstag, 22. April 2017

Allianz mit Kafal

„Arya lässt sich aber Zeit… die drückt sich vor dem Gepäck und will wohl nicht verreisen. Vielleicht sollte ich sie zuhause lassen und in den Käfig sperren“, hörte ich meinen Herrn unten im Haus und dann die Gnädigste: „Um das Gepäck sollte sie aber nicht drum herum kommen, sonst müsstest du es ja selbst tragen.“ Hmm… gut, dann nehmen wir sie doch mit. Arya!!! Was treibst du da oben noch so lange?!“ kam nun ungehaltenes Gebrüll von meinem Herrn, sodass ich die letzten Sachen einfach schnell in den Rucksack stopfte, um dann zwei Stufen auf einmal nehmend eilig die Treppe hinunter zu laufen, denn natürlich wollte ich mit nach Kafal.

„Ahh… endlich! Arya, ich dachte du nähst den Rucksack erst noch zusammen. Wir müssen los, denn der Kapitän wartet schon“, trieb mein Herr mich zur Eile an und stampfte dann auch gleich Richtung Hafen davon. Komischerweise lag das Schiff auf Reede, sodass wir mit einem kleineren Kahn übersetzen mussten. Aber das ist bei Express-Schiffen wohl so, dafür schaukeln sie kaum, was für den sensiblen Magen meines Herrn natürlich sehr von Vorteil war, der sich ja alleine schon bei dem Gedanken an eine Welle leicht umdreht und schneller am Ziel ist ein Express-Schiff auch. Die Reise verging daher wie im Flug, und zwar ohne irgendwelche Vorkommnisse.

Kaum hatten wir wieder festen Boden unter den Füßen und den kurzen Fußmarsch ins Dorf vom Anleger am Laurius hinter uns gebracht, meldeten sich gewisse Gelüste bei meinem Herrn: „Ich bin gespannt, ob es wieder Kuchen zum Probieren gibt.“ Bedauerlich war nur, dass sich das Kaff verschlafen zeigte und niemand in Sicht war, sodass mein Herr mir nun befahl: „Wir werden uns mal umsehen… du gehst mit deiner Kajira-Schnüffelnase vor, Arya.“ Oha, vorsorglich erwähnte ich lieber noch, ich könne leider nicht garantieren, dass meine Schnüffelnase auch den Rückweg findet.

Doch darum brauchte ich mir keine Sorgen zu machen… mein Herr findet nämlich immer nach Hause und außerdem war mein Spürsinn mit dem Auftauchen der Musikantenkajira nicht mehr gefragt, da wir nun eine Führerin zur Herberge im Dorfkern hatten. Welche Kajira die frech grinsende Fischersklavin nach der Begrüßung mit „Spunki“ anredete, bekam ich nicht mehr heraus, da ich im dunklen Hintergrund der Herberge fast einen Freien übersehen hätte und mich mit meiner Bitte um Verzeihung und meinem Gruß an den Herrn nun mächtig beeilte. 


Danach war meine ganze Konzentration gefragt, weil ich in aller Höflichkeit meinen Herrn darauf hinwies, dass ich keine Augenuntersuchung benötige, seine diesbezügliche Aufforderung an die Gnädigste somit hinfällig war. Mein Platz ist nun mal hinter ihm und das Vorbeischauen an seinen muskulösen Schultern manchmal nicht leicht, denn er ist ja nicht durchsichtig. Doch zum Glück diskutierte er inzwischen mit dem Brauer über drinnen oder draußen sitzen, bevor sie sich für einen Platz mit guter Luft entschieden und mein Herr sich erkundigte, ob in der Herberge jortsscher Paga ausgeschenkt wird..

Doch das konnte die Musikerkajira nicht beantworten und ein Wirt war nicht zu sehen, sodass mein Herr sich mit einem Paga unbekannter Herkunft zufrieden gab. Während ich dem Mädchen selbstverständlich half und zusammen mit ihr in Sachen Getränkebeschaffung in der Herberge verschwand, wo ich mir auch gleich die Speisen ansah, tauchte übrigens der Fischer auf und setzte sich dazu, sichtlich erfreut über den Besuch aus Jorts Fähre. Er hatte sich vor kurzem nämlich schon mit meinem Herrn unterhalten wollen, ihn wegen seiner Wachdienste aber leider nicht angetroffen.

Das Gespräch der beiden Männer über das gemeinschaftliche, geschlossene Auftreten des Südens gegenüber dem Norden verlief wirklich sehr einvernehmlich. Beide stimmten überein, dass der Süden auf keinen Fall nur aus einer einzigen, sich wichtig nehmenden Stadt besteht, die es nicht für nötig befindet, ihre Bündnispartner in irgendwelche Pläne einzuweihen und stattdessen lieber verliert. Mein Herr fand den Plan jedenfalls gut, sobald der Norden wieder ausrückt, die verlassenen Dörfer einzunehmen. Es ist dort vom Klima her zwar etwas kalt, aber was man hat, das hat man und vielleicht taugt die eine oder andere ansehnliche Nordfrau auch als Sklavin und lässt sich zu klingender Münze machen.

Wir übernachteten in Kafal in einem der Herbergszimmer. Es war wirklich luxuriös ausgestattet und ich wurde seit einer gefühlten Ewigkeit nachts nicht angekettet oder in einen Käfig gesperrt. Am nächsten Tag war ich daher wirklich gut drauf und konnte überhaupt nicht verstehen, dass mein Herr und die Gnädigste keinerlei Anstalten zu einem Spaziergang machten, sondern offensichtlich lieber vor der Herberge Wurzeln schlagen wollten. Mein Herr muss mir angemerkt haben, wie gerne ich mich ein wenig im Dorf umsehen wollte und erlaubte es mir, sodass ich eilig davon hüpfte, bevor er es sich womöglich anders überlegte.

Ich entdeckte tatsächlich die Bäckerei, leider jedoch keine Bäckerin und setzte daher mein Schlendern durch die engen, ziemlich unübersichtlichen Dorfgassen fort. Schließlich wurde ich vom Gesang einer weiblichen Stimme angelockt und befand mich plötzlich vor der Taverne. Die Fischerkajira spielte dort ein Saiteninstrument und sang… soweit ich das beurteilen konnte, hat das Mädchen richtig Talent. Trotzdem beantwortete sie meine Frage, ob die Bäckerei geschlossen hat: „Ja Arya, die Bäckersfrau ist hochschwanger.“ Oha, hochschwanger sogar? Das ging ja oberschnell, denn das Weib hatte vor 6 Hand doch noch nicht mal einen Gefährten! 

Vielleicht bin ich nicht richtig informiert, falls aber doch ist mir jetzt klar, warum die Frau nach dem Tod ihres fast Gefährten eine Hand später gleich den nächsten Mann gefährtet hat. Naja, geht mich zum Glück alles nichts an und viel interessanter fand ich, dass der werdende Vater, nämlich der schmiedende Tavernenwirt auftauchte und eine Tafel mit Getränkepreisen anbrachte, die nach dem Umbau der anscheinend gerade erst fertig gewordenen Tavernenterrasse noch fehlte… sämtliche Preise waren ungefähr das Zehnfache der jortsschen, der Wirt scheint sich offensichtlich eine goldene Nase verdienen zu wollen.

Kaum hatte ich auf die Frage des Fischers „du bist ganz alleine hier?“ geantwortet, dass mein Herr und seine Gefährtin irgendwo Wurzeln schlagen, tauchten sie übrigens auf, sodass ich mich schnell korrigierte: „Ich wollte sagen, sie kommen da gerade Herr.“ „Jaja, so habe ich deine Worte auch verstanden", grinste der Herr unter seinem riesigen Hut, doch die Gnädigste hatte meine Worte gehört und ranzte: „Dein Mundwerk ist wieder mal nicht ok, Arya.“ „…also sie erscheinen gerade, wollte ich sagen“, besserte ich daher lieber noch einmal nach.


Kein Kuchen und teure Getränke… wie gut, dass mein Herr und der Fischer am Abend zuvor alles Wichtige besprochen hatten und sich über das gemeinsame Vorgehen des Südens einig waren. Unserem Abschied von den freundlichen Dorfbewohnern stand also nichts mehr im Wege, zumal man inzwischen auch die Schiffsglocke hören konnte und mein Herr die gebuchte Abfahrt natürlich nicht verpassen wollte. ;-)

Donnerstag, 20. April 2017

Seltener Besuch beim Waffentraining

Ich verstand nicht wirklich, warum mein Herr dachte, ich könnte den Tag im verhassten Sklavenkäfig liegen bleiben wollen und auch nicht, warum er sich wunderte, dass ich erst herauskrabbeln kann, wenn er das Schloss geöffnet hat. „Arya, du willst mir also sagen, ich bin schuld, dass du hier herumliegst?“ Natürlich beeilte ich mich zu beteuern, dass ich sowas nie wagen würde und überlegte, ob das Schloss womöglich offen gewesen war und nur geklemmt hatte? So richtig an der Tür gerüttelt hatte ich nämlich nicht und das gehört sich doch auch nicht, wenn meinem Herrn danach ist, mich in dieses doofe Ding zu sperren.

„Ja, das Rütteln hilft nicht, wenn die Tür zu ist… oder kannst du Stahl verbiegen?“ Ich denke, mein Herr erwartete nicht wirklich eine Antwort auf diese Frage, dennoch gab ich nun mein Fachwissen als Schmiedeaushilfskajira hinsichtlich des Biegens von glühendem Stahl zum Besten und wurde bestätigt: „Richtig, auf diese Art und Weise ist auch dein Kragen so rund geworden, Arya.“ „Genau mein Herr… ich mag ja viel Feuer haben, doch zum Schmieden reicht es mit Sicherheit nicht!“ Wir waren uns also total einig, wobei selbstverständlich immer nur die Meinung meines Herrn zählt.

„Wir werden jetzt testen, ob dein Feuer genug Hitze gibt, dich heute noch mal nackt herumlaufen zu lassen“ ließ mich nun eingestehen, dass ich die eigentlich hübscheren Sandalen anziehe, die ich eher nur bei besonderen Anlässen trage und sonst schone, weil mein Herr mir doch zwei Paar gekauft hatte. Die anderen waren seit meinem Bad im See am Wasserfall inzwischen zwar getrocknet und ich hatte sie auch sorgfältig gefettet, doch sah ich es als erforderlich an, für eine optimale Lederpflege das Fetten noch einmal zu wiederholen, nur hatte dies wegen der verschlossenen Käfigtür an diesem Morgen leider ausfallen müssen. 

Mist, schon wieder packte mein Herr mein Ohr, um es fies zu verdrehen, während er ungehalten brummte: „Arya, wer möchte Ausreden von seiner Sklavin hören?!“ „Niemand mein Herr, aber eine Erklärung kann doch nicht verkehrt sein!“ beeilte ich mich kläglich zu beteuern, während ich mich etwas verbog, um den unangenehmen Zug zu lindern. Doch leider verstärkte sich das Verdrehen meines Ohrs noch und das Brummen nahm die Sorte gefährlich an: „Sorg dafür, dass du dich um deine Sandalen morgen kümmerst, Arya… wenn sie kaputt sind, müssen wir nämlich neue kaufen. Und nun ab nach unten, wir machen einen Spaziergang.“


Der Rundgang durch die Stadt verlief ruhig, ohne besondere Vorkommnisse… die Bewohner von Jorts Fähre waren entweder womit auch immer in ihren Häusern beschäftigt oder auf Reisen und am Hafen war vor der Taverne auch noch kein Alefass deponiert worden, wie vom Brauer angekündigt, damit er nicht verdurstet, wenn ich zuerst meinen Herrn bediene. Mein Herr meinte übrigens, die Einwohner verstecken sich vor ihm. Natürlich lag es mir nach den letzten Erfahrungen mit meinem Ohr total fern ihm zu widersprechen, sodass ich lediglich darauf hinwies, dass dieses wohl vor allem auf Handwerker zutrifft… der Wanddurchbruch im neuen Haus war nämlich immer noch ohne Fenster. Aber gut, wenn nicht umgezogen wird, müssen auch keine Möbel getragen werden.


Lustig war, dass ich beim Thema Handwerker den Tischler erwähnte, der ja wegen des ständigen Ärgers mit dem wichtigtuerischen Händler die Nase irgendwann gestrichen voll gehabt hatte und weiter gezogen war. Das Waffentraining in dieser Hand hatte nämlich gerade erst begonnen und mein Herr noch gar nicht so richtig den Boden inspiziert, was er als Hauptmann natürlich immer besonders gewissenhaft und intensiv macht, als sich plötzlich jemand neben mir räusperte: „Es trainieren immer noch die gleichen… tal zusammen!“ Ich bekam große Augen vor Staunen, denn mit diesem Herrn hatte ich wirklich nicht gerechnet… auch mein Herr und der Landsitzkrieger waren überrascht über seinen leider viel zu seltenen Besuch. 


„Ich war in der Nähe und dachte, ich komme mal vorbei“ grinste der Tischler und erwähnte eine Flaschenpost, die ihn erreicht hatte. Tja, kein Wunder also, dass er sich so lange nicht hatte sehen lassen. Der Herr wunderte sich übrigens breit grinsend darüber, dass ich noch nicht verfüttert worden bin. Pahhh, an mir ist doch vermutlich nicht genug dran! 

Am Training teilzunehmen war übrigens nicht so in seinem Sinne, ein Ale wäre ihm lieber, meinte der Tischler und da der Landsitzkrieger eh schon schnaufte und die Kleidung meines Herrn mit Grasflecken übersät war, wurde das Waffentraining nach der Frage des Brauereikriegers für beendet erklärt: „Na, gehen wir jetzt was trinken?“ Das war natürlich ein Wort, besser als über die Wiese zu hetzen allemal und außerdem damit klar, dass der Brauer die Getränke zahlte.

Es ging auf die Gasthausterrasse, wo der Tischler allerdings bei den für ihn so typischen Gepflogenheiten blieb. „Du magst wohl immer noch kein Sitzkissen?“ Die Frage meines Herrn bestätigend, weigerte er sich am Tisch Platz zu nehmen und pustete stattdessen den Staub von seinem schon immer bevorzugten Sitzfass. Angeblich hat er altersbedingte Schwierigkeiten, von Kissen wieder hochzukommen, weil sie zu tief unten sind… eigentlich ein weiterer Beweis dafür, dass der Herr außer Form ist und gut beraten gewesen wäre, am Waffentraining in dieser Hand teilzunehmen. Schade für meinen Herrn war nur, dass für ihn Zurückhaltung beim für ihn kostenlosen Umtrunk angesagt war, weil er die Nachtwache erwischt hatte.


Doch einem Kalana stand natürlich trotzdem nichts im Wege und mein Herr hatte auch das Glück, als Erster von mir bedient zu werden, während der Bauer, der Brauereikrieger, der Tischler und der nicht dem Heimstein von Jorts Fähre angehörende Krieger mit Landsitz warten mussten. Die Gespräche über die Schlappe von Belnend bei der Goldsuche und die geplante Reise nach Kafal, gingen zwar weitestgehend an mir vorbei, doch beschwere ich mich nicht, denn ich genoss die auf mein Hinterteil patschende Hand meines Herrn und sein Kraulen, während der Landsitzkrieger leicht meinen Allerwertesten streichelte. Merkwürdig an dem Rarius war übrigens, dass ihm mein Anblick beim Eintreffen an der Wiese noch gefallen hatte oder hätte er sonst gesagt: „Arya, deine Tunika sieht wieder wunderbar aus und steht dir prima!“ Später auf der Gasthausterrasse hatte er seine Meinung geändert.


Während er den Weg des Kelches über meinen nackten Körper mit den Augen verfolgte, schnalzte der Krieger nämlich eindeutig missbilligend mit der Zunge und stellte fest: „Arya, du bist dürr wie eine Bohnenstange… dein Herr lässt dich zu viel rennen.“ Pffft, soll er doch seine Gefährtin anschauen… an der ist nach seinem Geschmack wohl genug dran! Selbstverständlich ließ ich seine Bemerkung aber kommentarlos von mir abprallen, denn für mich zählt nur, dass mein Herr mich mag wie ich bin. Er liebt es nämlich, meinen eben nicht ausladend üppig schwabbelnden, sondern festen Po zu kneten und hat auch nicht vor, mich zu mästen. Auch dem Tischler scheine ich immer noch zu gefallen oder hätte er mich sonst nach dem Servieren seines Getränks geküsst… schade, dass der Handwerker seinem Heimstein wohl nur einen kurzen Besuch abgestattet hat. ;-)

Dienstag, 18. April 2017

Bodenkontakte und Besuch

„Eine Hand, bis Arya es vergisst.“ Tja, es dauerte sogar eine Hand länger, dennoch traf genau diese Vermutung meines Herrn nun ein. Eigentlich wollte ich nach meinem gute Nacht Wunsch gerade in den verhassten Sklavenkäfig krabbeln, als ich plötzlich von einem hauptmannsmäßigen Kopfpatscher gebremst und angeherrscht wurde: „Arya, was hast du vergessen?!“ „Oh Mist… deine Waffen, mein Herr!“  rief ich erschrocken aus, als mir sofort siedend heiß einfiel, ich hatte das Erinnern vergessen! Ungehalten brummend über mein Versäumnis streckte mein Herr mir seine Waffen entgegen und ich flitzte die Treppe herunter… leider etwas zu schnell, denn kurz vorm Waffenständer polterte sein Schild zu Boden. 

„ARYA… was war DAS?“ brüllte er natürlich prompt. „Nichts passiert, mein Herr… es war nur dein Schild und das kann ja Stöße ab. Nur meine Festhaltetechnik muss ich noch verbessern!“ rief ich zur Erklärung, während ich sämtliche Waffen im Ständer neben der Haustür unterbrachte. Wieder oben zurück bei meinem Herrn stammelte ich eine Entschuldigung, wurde dabei aber leider sehr unangenehm am Ohr gepackt und wütend ermahnt: „Arya, mein Schild ist nicht dafür gedacht, von einer kleinen, ungeschickten Sklavin fallen gelassen zu werden und deine Vergesslichkeit gefällt mir auch nicht!“ 

Danach hörte der fiese Zug an meinem Ohr zwar auf, doch griff mein Herr stattdessen an meinen Kragen. Er zog mich hinter sich her, warf mich auf seinem Fell zu Boden, stellte einen Fuß auf meinen Rücken und fesselte mich mit geübten Handgriffen. Als nächstes kramte er kurz in der Truhe mit den Sklavensachen, knebelte mich und zog mir die Sklavenhaube über den Kopf. Zuletzt befestigte er noch die Kette vom Sklavenring an meinem Kragen und drückte mich mit dem Fuß zur Seite, sodass ich auf dem harten Boden unter dieser merkwürdigen Liege lag und nicht mehr auf seinem schönen weichen Fell. 


„Das nächste Mal bist du nicht so vergesslich Arya!“ Mein leises, klägliches Wimmern zur Bestätigung war das Letzte, was ich für etliche Ahn in äußerst unbequemer Lage auf den harten Bodenbrettern schlecht bis gar nicht schlafend von mir gab, bis mein Herr mir am nächsten Tag Haube und Knebel abnahm, die Fesseln löste und mich begrüßte: „Tal meine kleine Arya… ich sehe, du hast bequem geschlafen!“ „Tal mein Herr… naja… auf jeden Fall war es sehr dunkel…“ erwiderte ich ihn anlächelnd lieber nur sehr vage, um dann erst einmal meine Lippen sehr innig auf seine Sandalen zu drücken. Hach, was war ich erleichtert, ihn danach schmunzeln zu sehen!

„Arya, mach dich ausgehbereit… ich habe dem Brauer ein Extratraining versprochen… mal sehen, ob wir ihn finden!“ Der Krieger wartete bereits an der Trainingswiese und mein Herr war mit seinem Vorschlag einverstanden: „Wir sporteln ein paar Runden und wer die wenigsten gewinnt zahlt anschließend die Getränke… Arya, du zählst.“ Die Drohung meines Herrn, mir Stockschläge auf die nackten Füße zu geben, falls ich mich verzählen sollte, ließ meine Miene versteinern, während ich mich hütete, dazu auch nur den Piep eines Kommentars verlauten zu lassen. 

„Das macht sie nicht“ kam beschwichtigend vom Brauereikrieger… Worte, die mir richtig gut taten. Trotzdem wurde ich vor Angst stocksteif und wagte nicht, die Hand meines Herrn zu genießen, die meine Haare nun durchwuschelte. Er muss dann aber wohl gespürt haben, was seit seiner Ankündigung der Schläge in mir vorging, denn er ergänzte nun beschwichtigend: „Ich weiß, dass du dich nicht verzählst, Arya.“ Dabei ging sein Wuscheln in sehr sanftes Kraulen über und ich beruhigte mich ein wenig.

Anfangs sah es für meinen Herrn übrigens gar nicht so schlecht aus, bis der Brauereikrieger die durch seine ungünstigen Wachen verursachten Trainingsdefizite jedoch aufholte und sich die harten Bodenkontakte meines Herrn zunehmend häuften. Immer wieder wurde ich aufgefordert, den Zwischenstand bekannt zu geben, bis er schließlich ankündigte: „Wer zuerst 20 Mal zu Boden gegangen ist, hat verloren… ich schaff es leicht, dich noch 10 Mal ins Gras zu schicken!“ Naja, der Vorsprung des Brauers war doch nicht mehr einzuholen, mein Herr nahm das Ergebnis aber gelassen, zumal es häufig sehr knapp gewesen war und er wirklich gut gekämpft hatte.

Das Ale für den Brauer und ein Krug mit Grasflecken-Frust-Paga gingen anschließend im Gasthaus also auf meinen Herrn. Aus Dankbarkeit, weil der rothaarige Krieger an mich geglaubt hatte und er kurz vor dem Verdursten eh keinen Wert auf Bedienung mit Hingabe legt, schob ich neben meinem Herrn niederkniend gleich als Erstes den Alekrug und einen Becher über den Tisch zu ihm hinüber. Der schöne Rarius schnappte sich auch tatsächlich umgehend sein geliebtes Ale und belohnte mich mit breitem Schmunzeln, während ich mich meinem Herrn widmete und mir nicht zweimal sagen ließ: „Mein Frust entfrustet sich schon… aber wenn du noch näher heranrutscht, Arya, geht das sicher viel schneller!“

Ich schmiegte mich also noch inniger an und achtete darauf, dass im Entfrustungsbecher nicht zu viel Luft war, während das Gespräch der beiden Männer über Kajirae und die Leidenschaft des Brauers fürs Zocken an mir vorbei plätscherte. Sein Kommentar zu den bestellten Trinkbechern mit nackten Kajirae drauf, lautete übrigens: „Ich stell mir gerade die Mimik der Heilerin vor, wenn sie die sieht. Da wird sie bestimmt Augendruck kriegen. Arya... der Anblick könnte zu Überreaktionen führen, da musst du gleich fächeln!“ Mal abwarten, vielleicht hilft gegen ihre Schnappatmung auch der Hinweis meines Herrn, dass die Bilder zu grünen Studienzwecken gedacht sind?


Zu vorgerückter Ahn tauchte zur Abwechslung mal keine Reisekajira auf, sondern ein Weib wurde angespült… aus außerhalb, bloß auf der Durchreise und auf der Suche nach Wasser. „Hehe, außerhalb ist sehr viel!“ meinte mein Herr und der erstaunte Brauer verhaspelte sich mehrfach: „Ahhh, von außerhalb! Ja, da war ich auch schon mal… interessante Gegend! Und deine… ähhh… Schwes… ähhh… Begleitung lauert... ähhh… wartet wo?!“ Letztendlich stellte sich heraus, die Freie wollte ein neues Wasserfass kaufen, weil das alte einen Bosktritt abbekommen hatte und leckte. Außerdem hatte sie angeblich 2 Sklavinnen anzubieten, allerdings nicht dabei und nur B-Ware, nämlich oberhässlich. 

Achja und sie brachte ständig sämtliche Himmelsrichtungen durcheinander… vermutlich Ablenkung? Dem Brauereikrieger kamen übrigens ähnliche Gedanken wie mir, denn er sprach schließlich offen die Vermutung aus, das Camp der Besucherin sei von Waldweibern bewohnt. Doch darauf ging die Frau nicht wirklich ein, sondern stelle eine Frage, bei der ich glaubte, falsch gehört zu haben: „Je weiter nördlich wir reisen, desto kleiner werden die Krieger, das hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt... sind hier in der Gegend alle so klein?“ „Was klein? Ich bin gut gewachsen!“ empörte sich mein Herr zu Recht und forderte den Brauereibesitzer auf: „Steh mal auf und zeig der Frau wo der Hammer hängt!“

Das Weib versuchte sich in Schadensbegrenzung, bettelte aber eigentlich noch mehr um einen Kragen: „Ich bin nicht hier um zu streiten, wer den größten hat... also den größten Krieger…“ „Wer den längsten hat, weiß ich ganz sicher“ machte sich mein Herr jetzt lustig und ergänzte bei ihrer Frage, ob es darüber Wettbewerbe gibt: „Ja, aber ich verrate dir nicht, wer das ist… kannst ja die Mädchen fragen!“ Nach kurzem Nachforschen über die Gesuchte auf dem Plakat am Aushangbrett, schien die Neugier der Frau befriedigt, Außerdem hatte sie je ein Fass Paga und Ale gekauft, sodass sie sich verabschiedete, um ihre erfolgreichen Geschäfte im Camp zu verkünden, wo angeblich alle bereits auf sie warteten, eine Übernachtung im Gasthaus kam daher nicht in Frage.

Montag, 17. April 2017

Neue Becher

„Ahh… da ist ja meine Nachrichten überbring Sklavin“ empfing mein Herr mich am Hafen, wo er sich vor der Taverne zusammen mit dem Brauer niedergelassen hatte, während ich zuhause noch einige Aufgaben zu erledigen hatte. Es ging darum, dass er den am Vortag aus Enkara eingetroffenen Händler zu einem Getränk einladen wollte, der Herr sich aber wo auch immer befand und davon noch nichts wusste. Oha, interessant… entsprechend sputete ich mich mit dem Überbringen der Einladung, um den Händler zur Hafentaverne zu lotsen. Ich hoffte nämlich, das Gemecker meines Herrn über zu geringes Fassungsvermögen von Trinkgefäßen könnte mit der Bestellung größerer Becher endlich ein Ende finden, falls der Besucher mit Töpferwaren handelte.

Ich entdeckte den Händler auf der Gasthausterrasse, stellte mich nach meiner freundlichen Begrüßung schnell vor und überbrachte die Einladung meines Herrn sowie sein Interesse an neuen Bechern. „Ah, dann wurde ihm scheinbar ausgerichtet, dass ich deinen Herrn sprechen möchte“ gab der Händler erfreut von sich, strich mir über die Wange und stand auf, um schnell noch seine Kajira und zu meiner Freude auch eine Kiste mit Getöpfertem zu holen, bevor er mir zum Hafen folgte. Wegen des zerbrechlichen Inhalts ließ er es sich übrigens nicht nehmen, die Kiste persönlich zu tragen. So vorsichtig, wie er seine Schritte setzte und darauf achtete, nicht zu stolpern, sah es fast so aus, als transportiere er rohe Vuloeier.


Ein wenig irritierend fand ich, dass ich zwar den Auftrag erhalten hatte, den Händler zu einem Getränk einzuladen, mein Herr dies bei der Begrüßung jedoch in seiner unnachahmlich charmant direkten Art abzuwenden versuchte: „Tal Händler, setz dich und lass dir etwas bringen… du lädst uns sicher ein…“ Doch das überhörte der Angesprochene geflissentlich. Während ich mich zusammen mit der Händlerkajira in der Taverne um die Getränkebeschaffungen für die Herren kümmerte, drehte sich das Gespräch draußen lediglich um die Vorliebe des Händlers für Kalana und dass er Paga anscheinend nicht mag, nicht jedoch ums Bezahlen. 

„Was? Du trinkst keinen Paga… nicht mal zum Probieren?? Hehe,ein paar Probefässer solltest du aber kaufen!“ rief mein Herr sichtlich erstaunt und versuchte sich als Vermittler für die jortsschen Brauereierzeugnisse, während ich ihm mit Hingabe seinen Paga servierte und mit seinen wundervoll sanft durch meine Haare streichenden Fingern belohnt wurde. Dass sich dadurch die Bedienung des Brauers um ein paar Ihn verzögerte, fand ich ehrlich gesagt nicht schlimm, wurde von dem Krieger aber knurrend angeranzt: „…ging schon mal schneller die Bedienung!“ Pahhh, ich hin weder eine Tavernenkajira noch das Mädchen des Brauers, sondern gehöre immer noch dem Hauptmann!

Trotzdem lächelte ich neben ihm niederkniend den halb Verdursteten entschuldigend an und reichte ihm sein Ale ohne jegliches Tamtam nach einem Minikuss auf den Becherrand: „Es tut mir leid Herr, aber für mich hat mein Herr nun mal Vorrang.“ Da von der Brauersklavin weit und breit nichts zu sehen war ergänzte ich noch: „Vielleicht hättest du deine eigene Kajira mitbringen sollen, damit sie dich bedient? Möge das Ale dir trotzdem schmecken, Herr.“ Obwohl der Brauer nun sein Ale in Händen hielt, war die Sache für ihn anscheinend noch nicht erledigt, denn er kündigte an: „Ich denke, ich werde mir ein Fass hier neben den Stuhl stellen und zukünftig selber zapfen.“ Tja, warum nicht… 

Die Kiste mit den Töpferwaren war immer noch ungeöffnet, als sich der Sattler zur Männerrunde am Hafen dazu gesellte. Da er ebenfalls ohne seine Kajira auftauchte, durfte ich mich erneut als Tavernensklavin betätigen und besonders meine nackten Brüste wurden neugierig gemustert: „Kannst du dir keine Kleidung mehr für deine Kajira leisten, Hauptmann?“ Was für eine merkwürdige Frage von einem Herrn, der sein Mädchen auch oft nackt herumlaufen lässt, bei der ich allerdings stumm blieb, denn mein Herr erwiderte: „Hehe, leisten schon… aber sie wird noch ausgelüftet.“ „Einfach mal waschen... das geht bestimmt schneller,Hauptmann!“ kam nun grinsend und mein Herr begann schallend zu lachen, während er sich mit der Hand an seine Stirn patschte: „Waschen… jetzt weiß ich wieder… das war der Trick!“

Danach begann das Besichtigen verschiedener Musterbecher. Nach mehrfachem Umgießen von Wasser fand sich schließlich einer mit deutlich größerem Fassungsvermögen als die Tavernenbecher. Der Plan meines Herrn, sämtliche Becher der Taverne heimlich auszutauschen, damit man fürs gleiche Geld mehr trinken kann und der Brauer mehr Umsatz macht, nahm Gestalt an. Ich fand das wirklich oberschlau und außerdem, wie sollte ein dauerhaft auf Reisen befindlicher Tavernenpächter davon Wind bekommen, zumal mein Herr auch an Plan B gedacht hatte: „Arya, falls der wider Erwarten doch nachfragt, sagen wir einfach, der Tavernenpüff hat die Entsorgung der alten Becher verlangt, weil damit das Schankmaß nicht eingehalten wird.“

Ich hatte zwar keinerlei Ahnung von so einem Püff… oder wie auch immer mein Herr diese merkwürdige Prüfsache nannte… fand die Begründung aber logisch und auch die Laune des lachenden Brauers besserte sich offensichtlich damit: „Soso… Püff… ich dachte, das wäre die Wirkungsstätte der Münzmädchen!“ Dem nach einem Trinkgefäß mit Henkel auf der linken Seite suchenden Sattler ersparte mein Hinweis übrigens eine unnötige Geldausgabe, dass man den Becher einfach nur drehen zu braucht, um den Henkel links zu haben. Letztendlich entschied sich mein Herr nicht nur für die Bestellung einer großen Anzahl neuer Tavernenbecher, sondern auch für sechs Spezialbecher für zuhause… mit nackten Kajirae drauf. Spannend wird noch, was die Gnädigste dazu sagen wird. ;-)))

Sonntag, 16. April 2017

Bodeninspektionen

Wie jede Hand sollte auch in dieser wieder das Waffentraining auf der Wiese hinter dem Hof stattfinden. Je nachdem zu welchen Wachen die Krieger eingeteilt sind, trainieren allerdings mal mehr oder auch mal weniger Rarii. Diesmal vermutete mein Herr sogar, das Schwertfuchteln könnte möglicherweise ausfallen. Er fand Bewegung allerdings wichtig und überlegte daher, alternativ mich durch die Gegend zu scheuchen, sollte tatsächlich keiner der Krieger auftauchen. Da er seit einiger Zeit zuhause immer gleich seine Waffen ablegt und im Ständer neben der Eingangstür deponiert, lautete sein Befehl vor unserem Aufbruch zur Wiese: „Arya, du nimmst meine Waffen… wir gehen jetzt zum Training!“ 

Huch, damit hatte ich nicht gerechnet, zumal ich es von meinen früheren Herren so kenne, dass sie mit ihren Waffen sehr eigen waren. Entsprechend ungeschickt klemmte ich mir Schild, Speer, Armbrust und den Pfeilköcher mehr schlecht als recht unter den linken Arm und nahm das Schwert in die rechte Hand. Es war knapp, doch irgendwie schaffte ich es ohne die Waffen fallen zu lassen bis vor die Haustür, wo mein Herr mir zum Glück dann aber alle sofort abnahm. „Vorsicht Arya, nicht fallen lassen, sonst versohl ich dir den Allerwertesten!“ brummte er dabei und ließ seine Hand schon mal zum Vorkosten auf mein nacktes Hinterteil klatschen, bevor er Richtung Wiese davon stampfte.

Während ich mich beeilte hinterher zu kommen und mir dies auch gelang, hängten wir die Gefährtin meines Herrn ab, die mit ihren langen Röcken meistens nicht allzu flott unterwegs ist oder vielleicht auch mit dem Getüdel an ihrer Gesichtsgardine noch nicht fertig war. Doch kennt sie ja den Weg und außerdem wurde sie nur wenige Ehn später an der Wiese von dem grinsend hinter sich deutenden Landsitzkrieger nachgeliefert: „Tal Hauptmann, ich habe unterwegs etwas Grünes gefangen!“ „Nein mein Gefährte, das hätte der Krieger vielleicht gerne, aber es war umgekehrt… ich habe ihn gefangen!“ lachte die Gnädigste und dem erstaunten Rarius wurde klar: „Was??? Ahnte ich doch gleich, dass da irgendetwas nicht stimmt… deswegen hat sie sich so komisch verhalten als Gefangene!“


Da keine weiteren Krieger mehr zum Training eintrafen, begannen mein Herr und der Landsitzkrieger damit, sich gegenseitig über die Wiese zu scheuchen. Während sie sich mehrfach fluchend Luft machten mit „Sleenpisse“, „verdammte Vulokacke“, „das war jetzt echt dämlich“ und verbissen ihre Klingen kreuzten, himmelte ich meinen Herrn natürlich wie immer stumm an. Doch bei den Worten des Landsitzkriegers „…dafür, dass ich eben nicht aufpasste, warst du wirklich schlecht Hauptmann!“ konnte ich einfach nicht anders, als quer über die Wiese zu brüllen: „Ich finde dich obersupertoll, mein Herr… und daran ändert sich auch nichts, wenn du dunkelgelb oder rot bist!!!“

So wie der Krieger losprustete, erheiterte ihn mein Gebrüll, nach zwei Runden Bogentraining, die eindeutig an meinen Herrn gingen, schnaufte er jedoch gewaltig: „Ich bekomme Schnappatmung… lass uns aufhören Hauptmann.“ Mein Herr war einverstanden und stellte an sich herab schauend lediglich ein oder zwei Grasflecken fest, die ich aus seiner Kleidung waschen muss. Das fand ich natürlich überhaupt nicht schlimm, weil das Grün auf seiner Kriegeruniform durch die Schnappatmung seines Trainingsgegners gerade sehr blass wurde, der lachend übrigens behauptete: „Ich habe aufgepasst, dass du nur da stolperst, wo Rotgras wächst, Hauptmann!“ 

Ok, es stand natürlich außer Frage, der Rarius war wie immer sehr gut in Form gewesen, obwohl sehr oft auch wirklich nur tarskknapp besser als mein deutlich weniger pustender Herr. Der Landsitzkrieger erklärte mir, die Fitness meines Herrn sei zurück zu führen auf die „ständigen Sprung-Auf-Marsch-Marsch-Übungen… die verbessern seine Kondition enorm“. Irritierend war für mich nur, der Krieger sprach von einer ganz anderen Bewegungsform, als die die mir gerade in den Sinn gekommen war und dass die Gnädigste bei meiner Erwiderung hustend den Eindruck erweckte, als hätte sie fast eine Fliege verschluckt.

Aber gut… es klärte sich, um welche eher langweiligen Übungen es ging und ich hatte wieder etwas dazu gelernt. Außerdem stellte mein Herr richtig, dass ein Krieger sowieso nicht hinfällt, sondern bestenfalls kurz den Boden inspiziert… eine Kajira lernt eben nie aus. ;-))

Samstag, 15. April 2017

Zarte Finger

„Immer diese täglichen Arbeiten… die sind anstrengend oder Arya?“ erkundigte sich mein Herr erstaunlich verständnisvoll, als ich schließlich meine Aufgaben erledigt hatte und mich zu ihm gesellte. Doch beschweren liegt mir selbstverständlich fern und daher antwortete ich nur vage, dass manche Arbeiten schlimmer sind als andere, manche aber auch nett. Neugierig geworden, forderte er mich auf, dies näher zu erläutern, sodass ich als Beispiel für doofe Arbeiten das Ausmisten des Sleenkäfigs und das ekelige Stinkefass von Fenris erwähnte und für die schönen Arbeiten das Backen leckerer, köstlich duftender Kekse, was der Spürnase meines Herrn natürlich nie entgeht.

Da er nach weiteren angenehmen Aufgaben fragte, erwähnte ich nun, wie gerne ich ihm beim Baden helfen mag. „Ohh… ja das stimmt und ich bade auch sehr gerne. Das entspannt schön, obwohl die Haut davon schrumpelig wird“ begeisterte sich mein Herr, vermutete allerdings bei meinem Hinweis, wie schnell sich Schrumpeliges strafft, dass dies an der Seife liegen muss. „Ach… an der Seife? Hmmm... ich dachte eigentlich, es könnte vielleicht an meinem Anblick oder meinem Tun liegen, mein Herr“ erwiderte ich und hatte dabei genau vor Augen, wie schnell bei ihm dieses straffende Phänomen unter meinen sanften Berührungen eintritt.

Tja, es stellte sich heraus, mein Herr sprach von schrumpeligen Fingern. Er betonte, wie wichtig es ihm ist, dass meine Hände schön glatt und geschmeidig sind. Gleichzeitig griff er nach ihnen, musterte sie undefinierbar brummend und rieb über meine Haut. Da ich auf Körperpflege immer sehr achte, hatte ich eigentlich keine Bedenken, seine Prüfung nicht zu bestehen, wurde schließlich aber doch etwas nervös, als das Brummen und Testen nicht aufhörte, obwohl die Berührungen wunderbar waren. „Arya bist du sicher, dass die gut gepflegt sind? Vielleicht hat meine Gefährtin eine andere Salbe für dich oder sie gibt dir ein paar Spritzen, denn weicher und zarter geht doch immer oder?“ „SPRITZEN???“ rief ich entsetzt und hoffte eigentlich falsch gehört zu haben... hatte ich aber nicht.


Ich bin mir nicht sicher, ob mein Herr mein erklärendes Gestammel über mein Erstaunen und die in der Vergangenheit ziemlich unschönen Erfahrungen mit der grünen Kaste ernst nahm, auf jeden Fall wunderte er sich breit grinsend: „Arya, wie konnte ich dich erstaunen… ich dachte, du kennst deinen Herrn!“ Leider ließ er vom Thema Spritzen nicht ab und sein Brummen klang immer gefährlicher, sodass ich es schließlich vorzog, mein Herumargumentieren lieber einzustellen. Immerhin erklärte er sich bereit, ein gutes Wort bei der Gnädigsten für mich einzulegen, damit ich wenigstens keine Spritzen mit Kanülen vom Durchmesser der Sorte Kailla oder Thalarion bekomme, bei denen wahrscheinlich sogar Grüner blass geworden wäre.

Erleichtert wie ich war und weil mein Herr meine Hände immer noch in seinen hielt und sanft mit seinen Fingern darüber rieb, was sich immer noch total schön anfühlte, lächelte ich und begann schließlich zu strahlen. „Deine Hände sind wirklich zart, da gebe ich dir Recht Arya… und dein Lächeln wird gerade sehr strahlend. Das sehe ich gerne, aber eigentlich sollte ich dich immer zum Lächeln bringen oder?“ Es gibt für eine Kajira natürlich nichts Schöneres, als ihren Herrn zu erfreuen… mit der zarten Haut ihrer Hände, ihrem Lächeln oder womit auch immer. Allerdings gestand ich, dass mir das Lächeln manchmal nicht so richtig gelingen will. „Woran liegt das Arya? Hab ich dann die Kurt in der Hand?“ bohrte mein Herr nach, sodass ich herum druckste, ich könne das nicht so genau sagen.

„Das weißt du nicht, habe ich auf meine Frage keine Antwort verdient, Arya?“ forderte er nun sehr brummig. „Selbstverständlich hast du das, mein Herr... die Antwort ist nur nicht so leicht zu formulieren.“ Leicht nervös geworden holte ich noch einmal tief Luft und versuchte es dann mit folgender Erklärung: „Mein Herr, wenn du die Kurt in der Hand hältst, hast du vor mich zu bestrafen... wäre es nicht vermessen von mir, wenn ich über eine Bestrafung lächel und wäre es noch eine, wenn du glauben könntest, ich freue mich über deine Strafe?“ Lachend gab er mir erneut Recht und ließ mich überglücklich nun von einem Ohr zum anderen wie ein Honigkuchenkailla strahlen. 


Ich habe wirklich einen tollen Herrn, auch wenn er manchmal auf meinen Kopf patscht… inzwischen aber nur noch sehr selten… und den grässlichen Sklavenkäfig liebt, um den ich nachts sehr oft allerdings auch herumkomme und dicht bei ihm auf seinem schönen weichen Fell schlafen darf. Und ich mag meinen Herrn sehr, obwohl ich seine ekelig schmeckenden, dreckigen Waffenputztücher, die er gelegentlich anders verwendet, als mir lieb ist, leider nicht mehr so oft waschen darf. Er benutzt sie nämlich nicht nur zum Abstellen des Gejammers von Reisekajirae. „Die Tücher sind zu sauber… wir müssen mal testen, ob sie noch den nötigen Geschmack im Mund hinterlassen, Arya.“ 

Selbstverständlich nehme ich alle Entscheidungen meines Herrn ohne Wenn und Aber an und hätte mich ihm zuliebe natürlich auch fiesen Einstichen mit monsterdicken Kanülen gefügt. Ich bin gerne seine Erinnerungskajira, wundere mich allerdings, wie gut er manche Dinge selbst erinnert… vor allem solche, die ich längst verdrängt habe! Mein Herr zog am nächsten Tag nämlich wegen noch zarterer Finger die Gnädigste hinzu, die zu meiner riesig großen Erleichterung seine Überlegungen jedoch weit von sich wies: „Da hilft keine Spritzenkur, mein Gefährte, sondern eine geeignete Salbe… so eine, wie Arya sie bereits benutzt.“ ;-)))

Donnerstag, 13. April 2017

Eine kleine Aufmerksamkeit

“Ich bin froh, dass ich dich sehe, meine Kajira“ begrüßte mein Herr mich bei meiner Heimkehr und ließ mein Kajiraherz wieder einen Extrahüpfer machen. Ich glaube allerdings, nicht nur mein Anblick erfreute ihn, sondern wahrscheinlich vor allem, dass der lästige Papierkram erledigt war, um den er sich als Kastenerster der roten Kaste von Jorts Fähre gekümmert hatte, während ich mit der Versorgung von Fenris beschäftigt gewesen war. Mein Herr sieht mich natürlich ständig, außer er hat Wachdienst und genau deswegen hatte er an diesem Tag an seinem Schreibtisch gesessen.

Seine Überlegung dabei war, einfach nicht vor die Tür zu gehen und damit die in letzter Zeit leider ständigen Änderungen seiner Wachdienste zu unterbinden, weil ihm niemand einen neuen Wachplan überreichen kann… sehr schlau, aber mein Herr ist ja auch der Hauptmann. Trotzdem ging es schließlich doch noch zum Hafen, nachdem er beschlossen hatte, meine Nase zum Erschnüffeln möglicher Wachplanänderungen einzusetzen. Oha, war die wirklich ausreichend trainiert, damit ich unschöne Änderungen tatsächlich treffsicher und rechtzeitig roch? Sich nachdenklich am Kinn kratzend wollte er von meinen Bedenken jedoch nichts wissen: „Hmmm… dann übst du einfach Arya!“


Tja, eine Kajira lernt sowieso nie aus und mich anstrengen und mein Bestes geben tu ich auch immer… es würde schon nichts schief gehen. Der Weg zum Hafen war meinem Herrn wichtig, weil man von dort nicht nur einen wunderschönen Blick ins Vosktal hat, sondern auch eintreffende Besucher sehr frühzeitig entdeckt. Das Auslüften… für mich übrigens wieder ohne Tunika… wurde allerdings noch kurz aufgeschoben, weil ich unten auf dem Tisch eine Vase mit einer hübschen Blume entdeckte. „Nanu, Blumen fallen nicht vom Himmel… Arya, hast du die Tür offen gelassen und jemand ist herein spaziert?“ Selbstverständlich fühlte mich total unschuldig, denn ich schließe die Tür wirklich immer, abgeschlossen hatte ich sie allerdings noch nie.

Unsere Rätselei wurde von einem kleinen, unter der Vase zusammengefalteten Zettel beendet und dem Befehl: „Lies mal vor Arya, was da steht!“ Total erstaunt, aber freudig überrascht, sah ich eine mir wohlbekannte Handschrift und las: „Jeder Besitz einer Sklavin gehört ihrem Herrn, daher eine kleine Aufmerksamkeit für unseren Beschützer und Führer. Seine Kajira wird ihm im Zweifel beim Platzieren der Blume helfen können, hat sie doch viel damit bei ihrer ehemaligen Herrin zu tun gehabt. In Freundschaft und Respekt, Lady Pinion.“ Wow… eine kleine Aufmerksamkeit??? Ich war echt obersprachlos vor Glück. 

Für meinen Herrn war es vermutlich nur ein Lebenszeichen von der Lady Pinion, doch für mich war es ein wunderschönes Geschenk, mit dem meine frühere Herrin mir zeigte, dass sie sich immer noch an diesen besonderen Tag vor 36 Märkten erinnerte, an dem sie mich an ihre Kette genommen hatte. Eine Sklavin hat zwar keinen Besitz, doch ihre Gedanken und ihre Erinnerungen gehören ihr trotzdem und die kann ihr auch niemand nehmen. Während ich mich stumm meiner Freude hingab, konnte mein Herr natürlich nicht ahnen, was gerade in mir vorging und stellte lachend fest: „Ohhh… nun ja, dass du jetzt mir gehörst, daran gibt es keinen Zweifel und sollte da welcher bestehen, dann mach ich das klar.“

Während mir jede Menge Schönes meiner Vergangenheit durch den Kopf ging, kam mein Herr leider wieder auf die Tür zu sprechen: „Die Frage ist, wer hat die Tür offengelassen, Arya?“ Schnell beteuerte ich erneut, dass ich es nicht gewesen war, sodass er nun die Vermutung aufstellte, die Lady Pinion muss sich herein gemogelt haben. Für mich war das natürlich vollkommen in Ordnung, aber auch ein Beweis, dass vergitterte Fenster unwichtig sind. Oha, das hätte ich nicht sagen sollen, denn jetzt behauptete er, sie sei durch ein Fenster geklettert, weil die eben NICHT vergittert sind.

Pahhh… ein absolutes Unding! Empört wies ich diese Unterstellung weit von mir. „Meine Herrin klettert doch nicht durch ein Fenster, mein Herr, wenn die Tür nicht abgeschlossen ist!“ Zack, die Ohrfeige saß, wurde begleitet von gefährlichem Brummen und brannte heiß auf meiner Wange. Ich hatte vergessen „meine ehemalige Herrin“ zu sagen… vermutlich wegen der vielen Erinnerungen, die gerade mein Denken bestimmten. „Sie ist nicht mehr deine Herrin… und ich mag nicht, wenn Fremde einfach in mein Haus kommen“ grummelt mein Herr weiter, sodass ich mich kleinlaut erkundigte, ob ich die Blume wegwerfen soll, wenn sie ihm nicht gefällt. „Nein Arya, sie gefällt mir und sie steht gut dort auf dem Tisch… aber das nächste Mal machst du die Tür richtig zu.“ Ja klar, das mach ich doch sowieso immer!


Puhhh, nicht nur meine Wange glühte, sondern auch mein Kajiraherz… für meine ehemalige Herrin, die in meinen (überwiegend übrigens stummen) Gedanken nun mal meine Herrin bleiben wird und natürlich wie immer für meinen Herrn. Wie gut, dass er nicht nachtragend ist und vor der Hafentaverne nicht nur seinen Kalana sehr genoss, sondern auch meinen warmen Bauch, mit dem ich mich sehr innig an sein Bein schmiegen durfte, während wir uns über alles Mögliche unterhielten. Vielleicht weil ich erwähnte, dass mir fast nie kalt ist, ich zwar kein Fisch bin, trotzdem wie einer schwimmen kann, kam meinem Herrn die Idee mit dem Wasserfall.

„Arya, bevor wir nach Hause gehen, werde ich jetzt noch etwas kontrollieren“ kündigte er an, packte meine Haare und zog mich durch den Wald hinter sich her, bis wir den See am Wasserfall erreichten und er mich mit einem kräftigen Stoß ins Wasser schubste. „Du wolltest doch baden, Arya… pass nur auf, dass dich keine Wasserurt beißt!“ lachte er oben am Steilhang stehend, nachdem ich prustend wieder aufgetaucht war. Hach… das Wasser war toll… naja erfrischend toll. Ich hatte dort zwar schon öfter gebadet, allerdings nicht alleine, sodass ich wegen irgendwelcher Viecher unter Wasser nun lieber noch mal untertauchte. Außerdem hatte mein Herr doch gesagt, dass es um eine Kontrolle ging.


„Genieße dein Bad Arya, wer weiß schon, ob nicht irgendwann doch noch bösartige Viecher auftauchen, weil der Wasserfall sie anzieht!“ Na toll, irgendwie wurde mir gerade etwas mulmig zumute, während ich mich leicht hektisch in alle Richtungen umsah, ob sich die Wasseroberfläche nicht womöglich schon verdächtig kräuselte und mein Herr hakte nach: „Na Arya, kommen die Wasserurts schon?“ Ich verneinte die Frage zwar, zog es dann aber doch vor mein Bad lieber zu beenden, zumal aus erfrischend toll gerade frischkalt toll und mir vor allem etwas unheimlich geworden war.


„Ab nach Hause Arya und abtrocknen!“ war daher ein Befehl, den ich nur zu gerne befolgte. Einfach fantastisch war übrigens die Erlebnis, mich mit meiner kalten Haut an meinen Herrn drücken zu dürfen, sodass mir ganz schnell wieder sehr warm wurde… übrigens ohne jegliche Anregung meiner Durchblutung mit der Kurt! Mein Herr äußerte zwar grinsend seine Überraschung, denn er hatte wohl nicht damit gerechnet, dass es so flott damit ging, fand meine Erklärung aber logisch, dass es an seiner Nähe liegen muss und besonders gut klappt, wenn es der richtige Herr ist. ;-)))

Dienstag, 11. April 2017

Küsse

Es ist schon ein paar Tage her, dass der Schmied aus Kafal und die Fischerkajira zu Besuch in Jorts Fähre waren, leider jedoch ohne Kuchen, obwohl das Schmieden nicht die einzige Aufgabe des Herrn ist. Er betätigt sich nämlich auch als Bäcker und Tavernenwirt und war auf der Suche nach einem Getränkelieferanten, was den Brauer natürlich sehr erfreute. Sehr angetan von dem von mir servierten Paga, ließen daher Verhandlungen über Fasspreise nicht lange auf sich warten. Allerdings gestaltete sich dieses Unterfangen mit dem schwer leidenden Brauer wie immer zäh, der sein schmerzverzerrtes Gesicht aufgesetzt hatte und jede Menge „ach und weh“ klagte… eben typisch ihn. Letztendlich einigten sich die beiden aber über den Kauf von zwei Fässern Ale und Paga.


Mein Herr frohlockte übrigens, der Fischer habe es sich überlegt und wollte ihm seine Kajira zum Verstopfen der Wandöffnung ausleihen. Doch davon wusste das Mädchen nichts und auch nichts von der säumigen Zahlung beim Lederarbeiter für einen bereits gelieferten Sattel, wegen der die Sklavin nun als Pfand herhalten sollte. „Oh Mann, mit dir gibt es nur Ärger! Wenn ich dich nicht wieder zurück nach Kafal bringe, bekomme ich Stress mit deinem Herrn!“ stöhnte der Schmied auf und beglich zähneknirschend die Sattelkosten, bevor er die Fischerkajira ermahnte: „Achte aber darauf, dass ich nicht noch mehr bezahlen muss!“


Trotzdem gab er ihr die Erlaubnis, mit Laya auf Stadtbesichtigung zu gehen, genehmigte sich danach aber erst einmal grummelnd einen ordentlichen Schluck Paga: „Den habe ich mir wirklich verdient. Wenn das meine wäre… ertränken, dem Sleen vorwerfen und was weiß ich nicht noch alles… verkaufen kann man die jedenfalls nicht, die schnattert wie ein Vulo und hat nicht mehr Verstand als ein Bosk!“ Mein Herr bot trotzdem an, das Ding zu kaufen, denn an schmutzigen Waffenputztüchern zum Stopfen ihres vorlauten Mundwerks sollte es nicht liegen. Doch dafür fehlte dem schmiedenden Bäckerwirt eine Vollmacht und außerdem interessierte er sich nach dem zweiten von mir servierten Paga inzwischen für eine andere Kajira, nämlich mich.

„Hauptmann, wenn ich mir deine Kleine hier anschaue… die wäre schon was wert.“ Obwohl er anscheinend sogar drei Kajirae an seiner Kette hat, machte er meinem Herrn tatsächlich ein Angebot, was dieser jedoch schmunzelnd ausschlug: „Dafür verkaufe ich Arya nicht. Im Moment steht sie auch sowieso nicht zum Verkauf… aber ich überlass sie dir für den Abend, wenn ich gleich zur Wache muss...“ Der Schmied war von der Großzügigkeit sehr angetan und bot an, sich bei Gelegenheit zu revanchieren. Kaum hatte die Ahn für den beginnenden Wachdienst geschlagen und mein Herr fort, befahl er mir: „Arya, dann komm jetzt mal zu mir… ich will dich spüren!“ 

Natürlich eine Selbstverständlichkeit, dass ich mich mächtig ins Zeug legte, um meinem Herrn Ehre zu bereiten, was mir auch gelang, denn am nächsten Tag durfte ich meinem Herrn die Zufriedenheit des schmiedenden Bäckerwirts ausrichten. Details ließ ich wie immer allerdings weg, erwähnte jedoch, wie gerne der Herr küsst. „Ach… das ist besser als patschen?“ erkundigte sich mein Herr und kraulte wundervoll sanft durch meine Haare, bevor er mich sehr eng an sich zog. Ehrlich wie ich immer bin, gestand ich ihm wahrheitsgetreu, dass küssen nie verkehrt ist, außer wenn patschen gerade Vorrang hat. „Ich lass mich gerne von dir küssen, Arya… ja, das ist angenehm“, kam leise brummend, sodass ich mich noch inniger an meinen Herrn schmiegte.

Nach dem Auftauchen seiner Gefährtin durfte ich zwar weiter seine Nähe genießen, doch war jetzt der Besuch aus Kafal erneut Thema, den die Gnädigste verpasst hatte. Bevor es schließlich Zeit für den üblichen Spaziergang war, der wie so oft zum Hafen ging, erkundigte sich mein Herr noch nach den wunderbar milden Temperaturen draußen und erlaubte mir nackt zu bleiben. „Du machst sie glücklich!“ lachte seine Gefährtin und traf den Nagel wirklich auf den Kopf, während ich die bereits heraus gekramte Tunika sehr schnell wieder verstaute. Ich liebe schöne Kleidung, mag sie aber auch gerne weglassen, wenn es herrlich warm ist… und zwar nicht nur zuhause.


Das schöne Wetter hatte offensichtlich auch den Sattler und den Brauer aus ihren Häusern geholt. Letzterer berichtete davon, dass der Fischer aus Kafal über einen Besuch in Jorts Fähre nachdenkt. Ich fand daher die Vermutung logisch, der Herr habe sich nun entschlossen, seine Kajira tatsächlich gegen ein Fass Paga einzutauschen, lag damit aber falsch. Es geht wohl um etwas Politisches und der Herr reist anscheinend in seiner Funktion als Dorfoberster… spannend, aber mal abwarten. Da sich sämtliche Spekulationen erübrigten, drehte sich das Gespräch jetzt um diese unbekannte Insel, über die der Brauer und der Sattler vor unserem Eintreffen schon herumgerätselt hatten.

Seit Tagen waren immer wieder Gerüchte zu hören gewesen, dass halb Gor sich das dort angeblich vorhandene Gold aneignen möchte und nicht nur allerhand Nordvolk hatte sich wohl zusammen gerottet, um reiche Beute zu machen. Den Berichten eines Fremden zufolge, der vor einigen Tagen im Hafen von Jorts Fähre einen Zwischenstopp eingelegt hatte, wollte auch der Kommandant aus Belnend sich dieses dicke Geschäft nicht entgehen lassen. Genaueres und vor allem, wo genau sich diese Insel befindet, blieb jedoch unklar. „Wir finden das noch heraus… ich werde Arya darauf ansetzen“, kündigte mein Herr an und wurde nicht nur von mir irritiert gemustert.


„Nein, ich schicke sie doch nicht alleine los! Sie soll nur Besucher ausfragen… “, erklärte er sein Vorhaben noch kurz, bevor er dem Sattler das Angebot unterbreitete, Balduin kostenlos zu schlachten und ihn zu Sleenfutter zu machen. Doch davon wollte der Lederarbeiter nichts hören… sonst zwar zu wenig nutze, eignet sich sein alter Verrbock angeblich hervorragend für die Fußreinigung seiner Kajira. Mir wurde ganz anders bei der Frage: „Wolltest du nicht auch Arya mal vorbei schicken, Hauptmann?“ Puhhh, nach der Antwort meines erst nachdenklich wirkenden Herrn war ich jedoch sehr erleichtert: „…nur falls ich mit der Sauberkeit ihrer Füße unzufrieden sein sollte, werde ich sie vorbei schicken.“

Nicht weiter verwunderlich, das Gespräch wandte sich jetzt dem Baden zu und ich konnte einfach nicht anders und stellte meinem Herrn hoffnungsvoll die Frage nach meiner Badeerlaubnis. „Nicht hier im Vosk, Arya, da sind Viecher drin, die dich essen… ich dachte, ich setze deinen kleinen Hintern in den Brunnen oben“ kündigte er an, hatte allerdings nicht mit dem erbosten Ausruf des Sattlers gerechnet: „Hauptmann! Das ist ein Trinkwasserbrunnen!!“ Na gut, es wäre eh nur ein Minibad gewesen ohne richtiges Schwimmvergnügen. Die Erlaubnis für den See am Wasserfall bekam ich auch nicht, allerdings für den Bach hinter dem Sattlerhaus… jedoch nicht sofort. „Nein, wenn du nass bist, gefällt mir dein Anschmiegen nicht mehr, Arya.“


Das ließ ich mir selbstverständlich nicht zweimal sagen. Ich intensivierte meine hingebungsvollen Bemühungen am Bein meines Herrn entsprechend, bis es für die Gnädigste und kurz darauf auch für den Brauer und den Sattler Zeit war sich zurückzuziehen, um vor dem Schlafen noch ein paar liegengebliebene Arbeiten zu erledigen. Meinen Herrn zog es jedoch noch nicht nach Hause… er befahl mich in die Taverne, um sich dort von meinen sanften, weichen Lippen verwöhnen zu lassen, denn er lässt sich nun mal gerne von seiner Kajira küssen. ;-)

Freitag, 7. April 2017

Spaß oder Sonnenstich?

„Ich hab einen Glasigen gefunden, sodass wir bald Möbel rücken können, Arya“, informierte mich mein Herr nach seiner Rückkehr von einem Rundgang durch die Stadt. Der Handwerker hatte zwar irgendwo noch einen anderen Auftrag zu erledigen, meinem Herrn jedoch zugesichert, sich danach um das Fenster im neuen Haus zu kümmern… angeblich sogar schon in den nächsten Tagen. Hmmm, ehrlich gesagt glaube ich daran erst, wenn ich das neue Fenster sehe. Trotzdem war die Gnädigste natürlich sehr angetan von dieser Ankündigung: „Na dann heißt es warten und aufpassen!“ „Ja, ich werde mit Arya Wache halten… sie kann einen gut wach halten. Wobei ich ja eigentlich lieber Arya auf Trab halte, das macht mehr Spaß.“

Sofort strich die Gnädigste meinem Herrn Honig um seinen abrasierten Bart, weil er doch im „Arya auf Trab halten“ sooooo gut ist und sie ihn dabei immer soooooooo bewundert. Sie sprachen auch über meine Ohren, von denen mein Herr eines mal wieder fies und ohne Grund in die Länge zog und noch alles Mögliche, bei dem ich dann lieber nicht mehr so genau zuhörte, sondern mich stattdessen darauf konzentrierte meinen Mund zu halten. Insofern war ich mir nicht sicher, ob es an meiner Unaufmerksamkeit lag oder am Zug an meinem Ohr. Hatte ich falsch gehört oder hatte mein Herr seine Gefährtin gerade gefragt: „Was hältst du von einem gemeinschaftlichen Bad?“ Oha, er machte Spaß oder war seine Frage ernst gemeint?

„Ein g, g, g, gemeinschaftliches Bad?“ stotterte die Gnädigste, ich hatte mich also nicht verhört. Träumte ich, war ich noch auf Gor oder wieder zurück auf der Erde, wo ich doch ursprünglich herkomme und wo es durchaus denkbar ist, dass ein Ehepaar zusammen badet? Doch warum sollten mein Herr und sein Weib mit mir auf der Erde sein, beide sind Goreaner?! Außerdem befand ich mich eindeutig in seinem Haus in Jorts Fähre. Um eine mögliche Gehörstörung zu beseitigen, stocherte ich total irritiert mit beiden Zeigefingern in meinen Ohren. Ein Goreaner, der eine Kajira von roter Seide besitzt, will mit seiner Gefährtin zusammen baden??? Das konnte echt nur ein Witz sein oder ein Alptraum.

So wie sich mein Kajiraherz anfühlte, war es ein schrecklicher Traum. Aber ziemlich sonderbar drauf war mein Herr seit einiger Zeit schon. Angefangen hatte es mit dieser merkwürdigen Überlegung, einen Minisleen im Haus zu halten und mit ihm an der Leine spazieren zu gehen. Es setzte sich mit dem Gassi gehen mit Fenris fort und wurde nun getoppt durch das gemeinsame Bad mit seiner Gefährtin! Wo war ich??? Immerhin stellte sich mit der Antwort meines Herrn erfreulicherweise heraus, meine Ohren waren intakt, doch ließ das Gehörte nun schreckliche Befürchtungen in mir keimen, dass mit ihm tatsächlich etwas nicht stimmte: „Ja, warum nicht… unsere Wanne ist doch groß genug!“ 

Merkwürdig, obwohl von grüner Kaste sah die Gnädigste offensichtlich keinerlei gesundheitliche Symptome. Allerdings brach sie auch nicht in Begeisterung aus, sondern gab zu bedenken: „Es dauert, bis genug heißes Wasser fertig ist… sollte Arya sowas nicht vorher wissen, denn sonst warten wir hier ahnlang.“ Aha… sie war sich mit der Diagnose wahrscheinlich noch nicht ganz sicher und wollte noch abwarten. Puhhh, den Priesterkönigen sei Dank, mein Herr lenkte ein und verschob sein Gemeinschaftsbad. Das erleichterte mich ein wenig, ganz besonders aber seine letzten Worte und schließlich seine Frage: „…auf den nächsten Tag oder so… oder ich bade alleine. Was hältst du nun von einem Getränk unten am Hafen?“

Damit war die Frau zum Glück sofort einverstanden, sodass es nun zum Hafen ging, wo ich gleich in der Taverne verschwand, um für die beiden das Übliche zu beschaffen und noch einmal durch zu schnaufen. Hoffentlich machte ein Paga nicht alles noch schlimmer?! Auf meinem Weg zurück nach draußen stellte ich fest, dass inzwischen die Schreiberin eingetroffen war und hörte mit Verwunderung die Frage meines Herrn: „Tal Schreiberin… wann ist es denn so weit?“ Mist, ging es ihm jetzt womöglich schlechter? Oh je, hoffentlich hatte die grüne Kaste ein Mittel dagegen! Während die Gnädigste vermutlich dasselbe dachte wie ich und ihr Blick zum Bauch der Blauen wanderte, japste die Schreiberin mit erstaunt aufgerissenen Augen: „Wie bitte?“ 

„Ich dachte etwas von einer Gefährtenschaft mit dem Sattler gehört zu haben… könnte aber auch sein, dass ich mich verhört habe“, erklärte mein Herr und erzeugte bei der Schreiberin sichtlich genervtes Augenverdrehen: „Kommt das leidige Thema nie vom Tisch? Der Sattler streitet doch stets mit mir, Hauptmann. Also wie kommst du auf diese dumme Idee? Ich bin es leid, das zu diskutieren!“ Eigentlich verstehe ich freie Frauen meistens ja eher nicht, doch in diesem Fall hatte das Weib mein volles Mitgefühl… es war wirklich nicht nachvollziehbar, warum mein Herr immer wieder darauf zurückkam. Aber seine Ansichten über Gefährtenschaften verstehe ich sowieso nicht und an diesem Tag war er ja auch noch zusätzlich… naja, irgendwie anders. Leider kam es noch schlimmer.

Fassungslos hörte ich ihn jetzt laut darüber nachdenken, ob die Stadtgesetze dahingehend geändert werden könnten, dass ein Mann zwei Gefährtinnen haben kann. Mein Herr interessierte sich offensichtlich für eine blaukastige Zweitgefährtin… unfassbar! Doch er tönte, in seinem neuen Haus wäre Platz für vier… also für ihn, seine beiden Weiber und mich. Während die Schreiberin die Diagnose stellte, er habe zu viel Sonne abbekommen und ich erschrocken von ihm abrückte, stellte die Gnädigste ihren Gefährten sichtlich entgeistert zur Rede: „Ich habe mich gerade verhört oder?“ Na toll, er meinte tatsächlich was er gesagt hatte und ich war nicht weit genug abgerückt. Mein Ohr wurde schmerzhaft gepackt und ich umgehend wieder näher heran gezogen… insofern benahm er sich eigentlich wie immer.


Mit dem Eintreffen des Sattlers war mein Herr von seiner angeblich so obertollen Idee endgültig überzeugt: „Sattler, was hältst du davon, wenn in Jorts Fähre ein Mann zwei Gefährtinnen haben darf?" „Das ist mir egal...ich hab nicht mal eine und was soll ich mit einer zweiten? Das gibt nur doppelten Ärger.“ Ohhh… es gab also doch noch einen echten Goreaner ohne Sonnenstich! „Von mir aus kannst du fünf haben, Hauptmann... mich stört es nicht, aber ich finde es überflüssig. Eine Gefährtin nimmt man wegen der Kinder oder weil es wirtschaftliche Vorteile bringt oder politische“, erteilte der Lederarbeiter kurz Nachhilfe und ergänzte schließlich breit grinsend: „...für alles andere hat man Kajirae und davon kann man etliche haben!“ 


Hach, ich glaube der Herr schaffte es tatsächlich, das ungoreanische Denken meines Herrn wieder in die richtigen Bahnen zu lenken, sodass keine Behandlung durch die grüne Kaste mehr erforderlich wurde. ;-)